…auf den Hund gekommen?


…das sagen in der Zwischenzeit viele Leute zu der Olma und dem Wolfgang, wenn sie erzählen, dass ich jetzt hier wohne. Von der Katze zum Hund? Ja, aber woher kommt dieser Ausdruck eigentlich?

Ach ja, vorher noch einen schönen tip für eine gute Hunde-website: auf-den-hund-kommen

Die Brüder Grimm geben in ihrem Wörterbuch als ihrer Ansicht wahrscheinlichste Deutung einen Rechtsgebrauch an, der besagte, dass „wie der verurtheilte….den strang um den hals trug, er auch den hund tragen sollte, damit anzuzeigen, dasz er wert sei, gleich einem hund erschlagen und aufgehängt, an der seite eines hunds aufgehängt zu werden“. Sie führen weiter aus, dass „auf den hund kommen, eigentlich bis zur strafe des hundetragens kommen“ bedeute, und jetzt bedeutet es theils in verächtliche oder schlimme äuszere verhältnisse, theils mit der gesundheit herunter kommen.

OOPS…
und dann lese ich noch von einer Strafe im Mittelalter: das „Hundetragen“, die vornehmlich über Adelige verhängt wurde. „Sie mussten barfuß, im Büßergewand und mit Asche auf dem Haupt einen Hund durch die Stadt tragen“, wie Wolfgang Wippermann und Detlef Berentzen in ihrem Buch „Die Deutschen und ihre Hunde“ schreiben.

Das Verhältnis zum Hund hat sich aber hier und heute doch verbessert: Manche Leute schleppen ihren Vierbeiner in Sorge um dessen Rücken und Gelenke täglich in die vierte Etage.

Vielleicht ändert sich damit auch der ursprüngliche Sinn dieses Sprichwortes?

brandeins

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Viele weitere hochinteressante Anekdoten, wissenschaftliche und wirtschaftliche Gesichtspunkte über Tiere und Menschen findet ihr in dem herrlichen Band der Zeitschrift „brand eins“ (Wirtschaftsmagazin) – Schwerpunkt „tierisch“ Mal andere Gesichter sehen!

Hier steht unter anderem auch dies:
„Mittlerweile ist rund um Schäferhund, Dackel und Pinscher ein gigantisches Geschäft entstanden (…), das bereits 2006 auf 5 Milliarden Euro beziffert wird. Demnach sorgt die Hundeliebe hierzulande für 100.000 Jobs (50 bis 60 Hunde „finanzieren“ einen Arbeitsplatz).

Und besonders in schwierigen Zeiten sind die Halter ein Segen für die Volkswirtschaft, weil sie weniger verreisen und ihr Geld stattdessen in der Heimat ausgeben.“

Ach, und noch ein Sprichwort:

Das also war des Pudels Kern!
Dieses Zitat stammt aus Goethes „Faust“ und zwar aus dem „Osterspaziergang“. Faust geht mit seinem Diener spazieren und die beiden begegnen einem Pudel, der sich sehr seltsam verhält. Faust sagt darauf:

„Bemerkst du, wie in weitem Schneckenkreise
Er um uns her und immer näher jagt?
Und irr ich nicht, so zieht ein Feuerstrudel
Auf seinen Pfaden hinterdrein.“

Der Pudel verfolgt die beiden weiter bis in das Studierzimmer und verwandelt sich vor dessen Augen in Mephisto. Daraufhin sagt Faust:

Das also war des Pudels Kern.

Mephisto hatte sich in einen Pudel verwandelt, um sich Faust unbemerkt nähern zu können. Wahrscheinlich waren Pudel auch zu Fausts Zeiten nicht bedrohlich. Kurz darauf kam dann der “faustische Pakt” zustande, Faust verkauft seine Seele dem Teufel.

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Über Veronika Olma

Malerin, Kynikerin und Bazifistin ( www.olma.de)
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