Offener Brief an das Kunsthaus Oggersheim


Die Olma hat sich gerade mal wieder fürchterlich aufgeregt: Deshalb hier dieser  „Offene Brief“:

Liebe Marina,
unsere Galerie-Zusammenarbeit existiert nun doch schon über zehn Jahre, oder?
Gerne habe ich Ausstellungen, die von Dir organisiert und geleitet wurden bestückt. Bisher hast Du meiner Meinung nach alles sehr professionell und gut gemacht.
Nun kriege ich vor einigen Wochen eine Mail mit der Möglichkeit an einer jurierten Ausstellung „KleinForm“ teilzunehmen. Was ich ja auch schon viele Jahre zuvor getan habe. Auch hier hatten wir ja schöne Verkaufserlöse. Ich war gerade bei einem Malkurs im Kloster im Schwarzwald und habe das Formular nur kurz überflogen.
Aber was las ich da am Ende des Ganzen? 200 Euro Gebühr, wenn man in die Ausstellung reingenommen wird hat JEDER Künstler dann noch zu berappen???? Und dann noch 50 % Verkaufsprovision ???
Ich habe Wolfgang hinzugezogen, weil ich glaubte, ich habe was falsch verstanden. Ne. Er las genau das gleiche wie ich.
Kennst Du die Zeitschrift „atelier“ mit seiner „Grauzone“? Da werden solche Verstöße gegen ethische Grundsätze, wie man mit Künstlern umgeht, regelmäßig angezeigt. Ich war nahe dran, Dich hier anzuführen, weil ich diese Nummer für unglaublich hielt. Ich habe es aber aus vielerlei Gründen nicht getan. Vorgestern kam das neue Heft, welches ich abonniert habe. Und was lese ich in der Abteilung „Grauzone“. Genau: Kunsthaus Oggersheim.

Welch eine Schande. Wie kommst Du nur auf diese Ausbeuternummer????
Ich bin empört und wundere mich darüber, was mit Dir „passiert“ ist. Wo ist die ehemals engagierte Galeristin geblieben? Und nun arbeitest Du auf Kosten von Künstlern?

Bestimmt werden sich einige sogenannte Künstler bei Dir melden, die ganz scharf darauf sind, bei Dir auszustellen. Die gerne 200 Euro bezahlen. Und beim Verkauf dann nochmals 50 % an die abgeben. Aber seriöse, ernsthaft arbeitende Künstler werden das wahrscheinlich nicht sein.
Lange habe ich mit mir gerungen, Dir überhaupt zu schreiben. Nun habe ich es getan und möchte hiermit meine Zusammenarbeit mit Dir und Deiner Galerie aufheben. Ich bitte Dich, mich nicht mehr auf Deiner homepage zu veröffentlichen. Begreife mich nicht mehr als eine Künstlerin der Galerie.
Ich wünsche Dir dennoch viel Glück bei Deinem weiteren Schaffen und natürlich auch Erfolg.
Der sollte halt bloß nicht auf dem Rücken von anderen ausgetragen werden.
Deine
Veronika Olma
http://www.olma.de

 

Über Veronika Olma

Malerin, Kynikerin und Bazifistin ( www.olma.de)
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2 Antworten zu Offener Brief an das Kunsthaus Oggersheim

  1. philipp h. steiner schreibt:

    Nur so geht es . Eine gesunde Reaktion, ganz in meinem Sinn !

  2. Annette Janle schreibt:

    Als ich das las, blieb auch mir die Spucke weg! Als wäre es nicht sowieso schon schwierig genug für uns Freischaffende Künstler/innen, uns finanziell über Wasser zu halten. Dabei heisst es immer so schön in den Sonntagsreden von Kulturpolitiker/innen, wir seien der „Humus der Kultur“.
    Wie der gepflegt werden muss, scheint das Kunsthaus Oggersheim mächtig misszuverstehen!
    Deine Reaktion darauf finde ich super – hoffentlich zeigen viele Profis so viel Rückgrat!

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