Lautes Bellen:


Siehe Brief an die „Freunde der Pfalzgalerie“:

Liebe Freunde der Pfalzgalerie Kaiserslautern,
herzlichen Dank für Ihr Anschreiben an die Mitglieder der KWG vom 19. März 2012.
Ich habe Ihr Schreiben bekommen, da ich seit ca. 2 Jahren Mitglied in der Künstlerwerkgemeinschaft Kaiserslautern bin.
Sehr löblich finde ich Ihr grundsätzliches Anliegen, ein Werk von Carmen Herrera anzukaufen, das am 2. Juni 2012 dem Museum Pfalzgalerie überreicht werden soll.
Sehr schön finde ich Ihren Verein im allgemeinen, da die Förderung von Kunst und Kultur ja etwas sehr Gutes an sich ist.
Jetzt muß ich aber innehalten und Ihre Zeilen nochmals langsam inhalieren.
Ich fasse zusammen:
Sie fragen nun also Künstler und Künstlerinnen an, sie mögen Arbeiten in eine Auktion stellen, damit aus dem Erlös eine große „Carmen Herrera“ gekauft werden kann?? Für die Vergütung einer versteigerten Arbeit von 200,- Euro? Die auch der Basispreis für die Auktion sein wird? Der Mehrertrag fließt dem Projekt zu und bei Nichtversteigerung geht die Arbeit zurück an den Künstler? 
Die kleine, niedere, billige Kunst aus der Region soll also verhökert werden für das Grosse aus der Welt? Verstehen Sie mich richtig: Ich finde die Malerei der Carmen Herrera sehr gut!
Was mich aber daran empört, und entschuldigen Sie dies bitte, ist, dass mal wieder Künstler gebeten werden um eine Spende, eine Auktion, um ihr Können, ihre Zeit, ihre Kraft, um ihr Werk.
Fällt Ihnen dazu nicht Besseres ein?
Warum bitten Sie nicht Aldi, Lidl, „Die Bahn“, die „Deutsche Bank“ oder andere Großkonzerne darum, dass sie Kaffee, Geld, Gutscheine, Kekse oder Geld und sonstige Waren ihres Unternehmens in die Auktion stellen? Warum müssen mal wieder Künstler dafür geradestehen? Und dazu noch dafür, dass damit Kunst angekauft wird? Diese Schizophrenie will nicht in meinen Kopf. Sorry.
Um es kurz zu machen: Ich werde bei dieser Aktion-Auktion nicht mitmachten, auch nicht für 200  Euro, falls jemand mitbietet. Auch nicht dafür, dass die Pfalzgalerie ja ein tolles Forum bietet, das die  Kommunikation zwischen Besuchern und Künstlern angeblich fördert um meinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen.
Bestimmt werden sie viele Künstler der Region ansprechen und vielleicht werden ja auch einige Kollegen mitmachen, um zu helfen. Ich spreche in diesem Brief ausdrücklich NICHT für die Künstlerwerkgemeinschaft Kaiserslautern, sondern ganz alleine für mich.
Beherzigen Sie aber auch meine kritische Stimme, die die oft finanziell schwierige Situation der professionell arbeitenden Künstler im Auge hat und ihre Berufsehre.
Gerne Künstler für Künstler, aber nicht auf diese Weise.
Ich wünsche Ihnen für Ihre weitere Arbeit viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Veronika Olma

Über Veronika Olma

Malerin, Kynikerin und Bazifistin ( www.olma.de)
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Eine Antwort zu Lautes Bellen:

  1. Barbara schreibt:

    Hi Süsse, das nennt man wohl einen gepfefferten Brief und Recht hast Du!!!! Echt ein schlechter Scherz.
    Hoffe Du hast ansonsten die Kunstmessen(disaster) verdaut und bist wohlauf.
    Liebe Grüße
    Barbara (Nordlicht)

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