Von den schrecklichen Dingen:


Oberharmersbach, ein kleiner, hübscher Ort hinter Zell am Harmersbach ist vor einigen Jahren in die internationalen Schlagzeilen geraten. Hier hat ein Pfarrer (vielleicht auch noch weitere Männer) über mehr als zwei Jahrzehnte unzählige Jungs sexuell mißbraucht. Von einem Jungen ist bekannt, dass er seit seinem siebten Lebensjahr über zehn Jahre lang in der Gewalt des Pfarrers war. Der Geistliche wurde 1991 bei seinen kriminellen Handlungen entdeckt und musste sofort das Pfarrhaus verlassen. Offiziell hieß es: Altersbedingt. Wahnsinnigerweise hat dieser Mann noch geschwind die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde zuerkannt bekommen. Der Mißbrauch ging entsetzlicherweise auch in dem  Altenheim weiter, in dem der Pfarrer jetzt lebte. Eltern habe ihre Kinder sogar zu dem netten Mann gefahren! 1995 hat ihn dann ein Opfer endlich angezeigt. Der Geistliche hat sich daraufhin erhängt.

Was ist aber in den 15 Jahren seit der Anzeige und dem Suizid passiert? Die Jungs wuchsen zu jungen Männern heran. Bei vielen waren die Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs jetzt ganz deutlich in ihren psychischen und auch physischen Erkrankungen sichtbar. Der Ort schaute dennoch lieber weg. Dachten sie, daß sich das alles „rauswächst“?

Dann fuhr die evangelische Bischöfin Käßmann im Suff bei Rot über die Ampel.
Und der katholische Bischof Zollitsch aus Freiburg empörte sich derart darüber, dass ein junger Mann aus dem Ort sich nicht mehr zurückhalten konnte. Er ging – selbst ein Opfer der sexuellen Übergriffe in Oberharmersbach – vor die großen Medien. Zur Richtigstellung und Ver-Rückung von Moralvorstellungen eines Bischofs: Zollitsch war nämlich selbst nicht unschuldig, dass der Geistliche damals nach Oberharmersbach versetzt wurde. Und er hatte damals weggeschaut, als die ersten Anschuldigungen kamen. Damit kam die Lawine 2010 ins Rollen.

Schaut Euch einen Bericht von Monitor Mainz hier an:

Warum ich das hier schreibe? Die Olma kriegt vielleicht einen Auftrag. Dieser beinhaltete die künstlerische Treppenhausgestaltung im Pfarrhaus von Oberharmersbach, das damals einer der Tatorte war. Die Kinder der Kinder, die damals mißbraucht wurden, werden mitgestalten. Eine schwere Arbeit, die nichts wiedergutmachen kann. Aber vielleicht kann das Malen, das Sprechen, das Trösten auch Licht ins Dunkle bringen und die Kinder in der Zukunft schützen…? Wir hätten gerne diesen Auftrag.

Über Veronika Olma

Malerin, Kynikerin und Bazifistin ( www.olma.de)
Dieser Beitrag wurde unter aktuelles Kunstgeschehen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s