Vorbereitung Teil 1 für die „art convention“ am 28. Oktober


Die theoretische Vorbereitung auf das Künstlergespräch morgen in der Galerie aspekt in Neustadt läuft auf Hochtouren. Deswegen blättern wir nochmals in allen Büchern und zitieren die wichtigsten Sätze der Autoren, die sich ausdrücklich mit dem Thema der Tier-Mensch-Beziehung beschäftigt haben. Was hier folgt, ist KEINE wissenschaftliche Arbeit…

Zur Begriffsbestimmung von  „der Mensch“ – „das Tier“
Griechische Antike:

Die griechische Antike hatte kein Begriff des Tieres. Wir finden dort
den Begriff des Zoon, des Lebewesens,
den Begriff des Bios, als einer Lebensart, einer kulturell, politisch oder instrumentell geprägten Organisationsform des Lebendigen.
Und den Begriff „Thèr/Thérion“: Bestie,  zu jagendes Wild“- im Unterschied zu Fischen und Vögeln.

Wikipedia:
Tiere sind nach herkömmlichem Verständnis eukaryotische Lebewesen, die ihre Energie nicht durch Photosynthese gewinnen und Sauerstoff zur Atmung benötigen, aber keine Pilze sind. Zur Energie- und Stoffgewinnung ernähren sich Tiere von anderen Lebewesen (Heterotrophie). Die meisten Tiere können sich aktiv bewegen und besitzen Sinnesorgane. Die Wissenschaft von den Tieren ist die Zoologie.

und weiter: Ludger Schwarte in „Animalität – Wie werden wir zum Tier?“:
(…) Der Mensch kennt sich nur durch das Spiegelbild des Tieres. Wer oder was ein Tier ist, bestimmt die Blickweise des Menschen auf sich selbst. Wenngleich es schon in der Antike Philosophien gibt, die jeden prinzipiellen Unterschied zwischen Mensch und Tier leugnen (Theophrast, Straton, die Kyniker), scheint die Möglichkeit zur Selbsterkenntnis für den Menschen immer gekoppelt an die Konstruktion der Gattung Tier. Gäbe es „das Tier“ ohne die philosophische Anthropologie?

Eigenartigerweise diskutiert die philosophische Tradition aber die Gemeinsamkeit von Mensch und Tier nicht nach Maßgabe der „animalitas“, also der Beseeltheit, sondern aufgrund ihrer Körperlichkeit. Dass wir Tiere auf ihre Körperlichkeit reduzieren , hat nicht nur einen vegetativen Sinn: Gäbe es denn „das Ich“ ohne „den Körper“?

Die Tier-Philosophie bei Jacques Derrida:
„Ecce Animot. Weder Species noch Gender noch Individuum ist es eine irreduzible lebendige Vielfalt von Sterblichem (…) Es öffnet uns für die referentielle Erfahrung der Sache als solche; als das, was es in ihrem Sein ist.“

Thomas Macho in seinem Einführungsreferat „Wie hängt das Weltbild der Menschen von den Tieren ab?“:
(…) „Mensch“ heißt dann einfach die Sorte von Lebewesen, deren Zeichen ich verstehe oder denen ich mich zugehörig fühle, ohne darum jedem anderen Lebewesen die Sprach- und Symbolisierungskompetenz absprechen zu müssen.“

Hanna Rheinz in „Tiere, Frauen, Seelenbilder. Die neue Tierpsychologie“:
Sie erklärt folgende Annahmen zu Mythen: „Tiere haben kein Ich. Tiere haben keine Seele. Tiere sind triebhaft. Tiere sind Sklaven. Tiere haben keine Rechte. Tiere haben kein Gefühl. Tiere sind wild. Tiere denken nicht. Tiere sprechen nicht. Tiere haben kein Bewusstsein. Tiere haben kein Selbst. Leitbilder der Tier-Mensch-Beziehung, die diese Mythen enthalten, sind mithin obsolet.“

Elias Canetti:
„Mit zunehmender Erkenntnis werden die Tiere den Menschen immer ähnlicher sein. Wenn sie dann wieder so nahe sind, wie in den ältesten Mythen, wird es kaum mehr Tiere geben“.

und: Friedrich Nietzsche in „Fröhliche Wissenschaft“:
„Kritik der Thiere. – Ich fürchte, die Thiere betrachten den Menschen als ein Wesen Ihresgleichen, das in höchst gefährlicher Weise den gesunden Thierverstand verloren hat,- als das wahnwitzige Thier,  als das lachende Thier, als das weinende Thier, als das unglückselige Thier“.

Über Veronika Olma

Malerin, Kynikerin und Bazifistin ( www.olma.de)
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